Orosei

Orosei liegt an der Ostküste Sardiniens, an der Mündung des Flusses Cedrino und an den Hängen der Berge Tuttavista und ist das Hauptzentrum der unteren Baronia. Seit kurzem ist es zu einem touristischen Ziel geworden und hat im Laufe der Zeit die Sitten und Gebräuche der bäuerlichen Zivilisation bewahrt. Ein Dorf mit einem charakteristischen historischen Zentrum, das seine Wirtschaft derzeit auf den Abbau von wertvollem Marmor stützt.
Das Dorf römischen Ursprungs erlebte im Mittelalter unter dem Giudicato di Gallura eine bedeutende Entwicklung. Dann wurde es pisanisch und schließlich aragonisch.
Die Kirchen San Giacomo, San Gavino und Sant’Antonio sind mittelalterlich. Letztere befindet sich auf dem gleichnamigen Platz und ist umgeben von den Cumbessias, kleinen Häuschen, in denen früher die Novizen untergebracht waren. Anlässlich des Festes zu Ehren des Heiligen (16. Januar) wird vor dem Heiligtum ein großes Lagerfeuer aus Rosmarinzweigen entzündet. Allen Teilnehmern wird das typische Dessert (su pistiddhu e su pane nieddhu) angeboten.
Am 25. Juli wird das Fest des Heiligen Jakobus, Schutzpatron des Dorfes, von musikalischen Darbietungen und Ausstellungen begleitet.

Von besonderer Bedeutung ist das Heiligtum der Madonna del Rimedio, in dem das Roman Canne al Vento von der Schriftstellerin Grazia Deledda spielt, mit dem sie 1926 den Nobelpreis für Literatur gewann.
Das Fest ist in September und dauert achtzehn Tage, in denen die Novizen an den religiösen Feiern teilnehmen und in den zahlreichen Cumbessien empfangen werden, wo traditionelle Mahlzeiten und Süßigkeiten verzehrt werden.
Am letzten Sonntag im Mai, findet das Fest für la Madonna del Mare statt. Fischer schmücken die Boote auf dem Platz del Popolo mit Blumen und bringen sie zum Fluss Cedrino. Dann erreichen sie in einer Prozession die Mündung in der kleinen Kirche Santa Maria ‚e Mare, die pisanischen Ursprungs ist.
Auf seinem Territorium befinden sich mehrere touristische Ortschaften: Cala Liberotto, Marina di Orosei, Sas Linnas Siccas, Sos Alinos, besonders bekannt ist der Strand des Naturschutzgebietes von Biderosa.

ZU SEHEN

Oase Biderosa

Die Oase Biderosa befindet sich nördlich der Stadt Orosei und ihres Ortsteils Cala Liberotto. Dazu gehört einer der sicherlich schönsten Strände der Gegend. Der Eintritt in die Oase ist kostenpflichtig und die Anzahl der Gäste pro Tag ist begrenzt.

Strand Osala di Orosei

Der Strand befindet sich im nördlichen Teil des Golfs von Orosei im Süden der Stadt, es ist breit und von feinem weißen Sand geprägt. Osala ist ein leicht zugänglicher Strand und bietet dank des davor liegenden Kiefernwaldes weite schattige Bereiche. Nicht weit von Osala di Orosei entfernt, durch einen Basaltspitz getrennt, der als Grenze zwischen den beiden Gemeinden dient, liegt Osala di Dorgali. Über einen einfachen Weg, der nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden kann und der die beiden Strände verbindet, kann man von Orosei aus auf einer 20 km langen Straße den Park Museum S’Abba Frisca erreichen.

Museum Casa Soddu

Das Museum Casa Soddu befindet sich im historischen Zentrum von Orosei und beherbergt eine kleine Sammlung von Terrakotta-Statuen, die nuragische Bronzen darstellen. Das Museum ist privat und erzählt die Geschichte des nuraghischen Sardiniens.

Museum Don Nanni Guiso

Das Museum Don Nanni Guiso befindet sich in Orosei in einem separaten Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Es beherbergt eine interessante Sammlung von Miniaturtheatern aus dem 18. Jahrhundert, wertvolle Bücher und antike Kostüme der römischen Schule. Don Nanni Guiso wurde in eine Adelsfamilie aus Orosei geboren und zog nach Siena, um dort zu studieren. Trotz seiner Distanz ist er immer mit Sardinien und Orosei verbunden geblieben.

Nach oben