Die Sammlungen

Mit über 4.500 Ausstellungsstücken, die das Leben auf Sardinien zwischen 1650 und 1940 erzählen, ist S’Abba Frisca das größte ethnographische Museum der Insel. Über 500 dieser Stücke sind bereits katalogisiert, was S‘Abba Frisco zum Museum mit der größten Anzahl an digitalisierten Beständen der Insel macht, die im Gesamtkatalog der Kulturgüter konsultiert werden können. Das Museum ist ein fester Bestandteil der Erforschung der sardischen Alltagsgeschichte über drei Jahrhunderte und stellt der Forschungsgemeinschaft und den Bürgern einen Bestand von Katalogkarten zur Verfügung, die bisher nur einen Teil der riesigen Sammlung von S‘Abba Frisca erzählen. Der kostbarste Teil des ethnographischen Bestands des Museums ist wohl die Sammlung an Stich- und Feuerwaffen, 2017 vom Kulturministerium als Gut von kulturellem Interesse eingestuft.

Arkebuse mit Feuerstein-Zündsystem – Cannetta

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts fertigte Antonio Angelo Barbuti verschiedene Gewehre an, die heute in öffentlichen und privaten Sammlungen gezeigt werden, vom Museum in Liverpool bis hin zu bedeutenden italienischen Antiquaren. In diesem Fall erscheint sein Kürzel auf zwei Arkebusen des Mailänder Museums Poldi Pezzoli sowie auf einer Feuerwaffe aus den Sammlungen des Nationalmuseums G. A. Sanna in Sassari. Auch die königlichen Sammlungen der Savoier enthalten einige Exemplare von besonderem Wert (Turin, Königliche Waffenkammer). Die Familie Barbusi stammt ursprünglich aus Lancusi (Salerno) und ließ sich in Tempio Pausania nieder. In ihrem salernitanischen Geburtsort ist seit 1763 eine Büchsenmacherei, die Reale Manifattura dei Piastrinari, bezeugt, die von einem Verwalter der Streitkräfte des Artillerieabteilung betrieben wurde. Die Herkunft aus der Region Kampanien, die sich dank der Bourbonen ab dem 18. Jahrhundert einer eigenständigen und reputierlichen Waffenherstellung mit zahlreichen Büchsenmachereien rühmen konnte, erklärt auch, weshalb der „sardische“ Silex nichts anderes ist als eine Variante des „neapolitanischen“, von dem er sich nur durch die Form von Schloss und Hahn unterscheidet. Die Anzündmechanismen durchliefen nämlich im Laufe der Zeit eine Reihe von Verbesserungen, die manchmal freilich nur technischer Natur waren. Auch die Schlösser veränderten den Moden folgend Form, Einstellung und Maße und ihren Anzündmechanismus. Die oft aus Brescianer Produktion stammenden Läufe wurden mit den Fortschritten in der Metallfilierung immer weiter perfektioniert, wobei die Veränderungen viel langsamer waren als in anderen Industrien.
Die Büchsenmacher des sardischen Zweiges der Familie Barbuti wurden zuerst vom Mailänder Archäologen Carlo Albizzati erwähnt, der in einem kurzen Artikel 1928 in der Zeitschrift „Mediterranea“ die delikate Arbeit der Verkleidung dieser Handfeuerwaffen beschrieb, bei der Stanzen, Punzen und Ziselierungen zur Anwendung kamen. Die Zentren für die Waffenherstellung auf Sardinien waren: Dorgali, Fonni, Gavoi und natürlich Tempio, wo sich die Barbuti niedergelassen hatten. Albizzati beklagte in seinem Artikel, dass viele dieser Waffen die Insel als „Reisesouvenirs“ verließen. Aus diesem Grund, so Albizzati weiter, sind die auf Sardinien verbliebenen Exemplare umso wertvoller.

https://catalogo.beniculturali.it/detail/HistoricOrArtisticProperty/2000246819

Didascalia

Leppa de Chittu – Säbel

Gekrümmte Klinge, an der konvexen Seite geschäft, mit dreieckigem Querschnitt und konkaven Seiten. Am Griffansatz ist die Klinge deutlich verdickt. Auf dem ersten Drittel in Nähe des Schafts ist auf beiden Vorderprofilen der Klinge eine gepunzte Figur in Form eines
stilisierten Halbmonds eingelassen. Auf der linken Seite sind unter und über dem Halbmond jeweils zwei Sterne eingelassen. Auf der rechten Seite sind unter und über dem Halbmond jeweils zwei bzw. drei Sterne eingelassen. Holzgriff in Form eines Raubkatzenkopfs, Beschichtung aus fein gepunztem Messingblech mit geometrischen Mustern, Ranken und Blumenmotiven. Die rechte Seite des Griffs erscheint detailreicher: Auf dieser sind die drei Nietnägel mit einer Silberplattierung versehen, der der Klinge am nächsten liegende ist in Muschelform, die beiden anderen in Blumenfasson verziert. Verbunden werden die Nieten durch eine Dekoration aus Bändern, die sich mit dem Kopf der Raubkatze am Griffende vereinen. Auch das Auge der Raubkatze ist silberplattiert. Im unteren Teil des Griffs sind die Buchstaben MLBD und das Datum 1872 eingraviert.

https://catalogo.beniculturali.it/detail/HistoricOrArtisticProperty/2000246826

Garriera – Gurt zur Beförderung von Büchsenpulver

Gürtel zur Beförderung von Schwarzpulver, in Dorgali und Umgebung als „Garriera“ bekannt. Konnte die nötige Menge Büchsenpulver für das Laden von Vorderladern, Büchsen mit Piston- oder Steinschloss-Zündung transportieren. Konnte bis zu 26 Blechbehälter namens „Attessos“ aufnehmen, die bei Bedarf durch Aufdröseln der Schnur am oberen Teil des Gürtels herausgezogen wurden. Der vordere Teil des Gurtes ist mit einer feinen Stickerei aus Seidenfäden verziert, wobei im mittleren Teil geometrische Muster, am Endstück Blumenmotive eingelassen sind. Die rechteckige Messingschnalle mit eingravierten Blumenmotiven an den Ecken, die auf beiden Seiten durch Flechtwerk verbunden werden, wurde in der Werkstatt der Gebrüder Bacchitta angefertigt, die auf die Herstellung von Säbelgriffen spezialisiert war. Schöpfer des Gürtels ist der Gerber und Keramiker Giovanni Cucca, der von 1890 bis 1963 in Dorgali wirkte.

https://catalogo.beniculturali.it/detail/DemoEthnoAnthropologicalHeritage/2000246820

Didascalia
Didascalia

Trappula – Falle


Wildfalle für Füchse, Wildschweine, Marder und Wildkatzen.
Wurde entlang von Wildtierpfaden aufgestellt und rastete ein, sobald das Tier mit den Pfoten eintrat.

https://catalogo.beniculturali.it/detail/DemoEthnoAnthropologicalHeritage/2000250289

Irfèrias chin cràes – Fußfessel mit Schlüssel

Fußfessel zum Fixieren von Rindern beim Weiden.
Das Instrument wurde um die Läufe des Tiers gebunden, um seinen Bewegungsspielraum einzuschränken, damit es nicht verloren ging oder gestohlen wurde.

https://catalogo.beniculturali.it/detail/DemoEthnoAnthropologicalHeritage/2000250337

Didascalia
Didascalia

Carru – Carro

Karren aus Lärchen- und Pappelholz, dessen Räder mit eisernen Laufflächen verstärkt sind. Charakteristisch ist die aus einem Stück gearbeitete Deichsel, welche zugleich als Zugvorrichtung und tragendes Element dient und den Wagen unmittelbar mit dem Joch der Zugochsen verbindet. Am vorderen Ende der Deichsel, an dem die Ochsen eingespannt werden, sind Löcher für die Befestigung des Jochs mithilfe eines speziellen Schlüssels (crapica) eingelassen Etwa anderthalb Meter zum vorderen Ende hin gabelt sich der Wagen immer mehr auf, so dass am hinteren Ende die höchstmögliche Gabelung erreicht ist. Die beiden Seiten des Wagens werden von Planken zusammengehalten, die das „Bett des Wagens“ („su lettu de su carru“) bilden. Diese werden im örtlichen Dialekt „sas costànas“ genannt und bestehen aus drei Planken für die Beladung mit Holz oder Kohle. An den Seiten sind vier Haken und zwei Eisenringe zur Befestigung der Ladung eingelassen. Der in hellblauer Farbe gestrichene Karren weist auf der rechten Seite eine Blechplakette mit den Daten der Kraftfahrzeugsteuer auf. Die Bremsen sind unvollständig.

https://catalogo.beniculturali.it/detail/DemoEthnoAnthropologicalHeritage/2000250362

Prèda de triulare – Pietra-trebbia,

Dreschstein, prèda de triulare
Trapezförmiger Trachytstein mit Rillen und Eisenkette


https://catalogo.beniculturali.it/detail/DemoEthnoAnthropologicalHeritage/2000250362

Didascalia
Didascalia

Mola de su tricu – Mahlstein für Getreide

Runde Eselsmühle aus Basaltstein. Der Korpus des Instruments besteht aus zwei Komponenten: dem Zapfen („mascrù“) und dem Gegenstück („copercu“). Letzterer ist der drehende Teil mit zwei seitlichen Ösen an den Seiten, an denen über Schnüre und Schlüssel aus Erdbeerbaumholz ein großer Gabelstock aus Wacholderholz befestigt war, an
dem der Esel angebunden wurde. Der Gabelstock besitzt zwei Öffnungen, in die zwei am Fuß gelochte Stifte einpassen. In diese wird eine Lederschlinge eingesetzt, die den Hals des Tieres schützen, damit es nicht stranguliert wird. Der untere Teil (Zapfen) weist mit einem Hammer eingehauene Rillen auf, um die Rauheit zu erhöhen und die Haftung zu verbessern. Die runde Wanne aus Trachytgestein, auf der die Mühle aufsitzt, weist eine quadratische Öffnung mit einem Klappenmechanismus für das Austreten des gemahlenen Getreides auf. Im oberen Teil befindet sich ein hölzerner, an der Decke mit einem Schilfrohr befestigter Trichter namens „maiolu“, um das Getreide in die Mühle zu füllen.

https://catalogo.beniculturali.it/detail/DemoEthnoAnthropologicalHeritage/2000250367

Sezione cofinanziata con:
INCENTIVO Decreto Direttoriale n. 385 del 19/10/2022
PROT. PROGETTO TOCC0002372
PNRR – Next Generation EU
COR 15910959
CUP C77J23000830008

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